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Die Trauerrede

Worte finden und Trost geben

TrauerredeTrauerfeiern waren einst Sache der Kirche. Heute wünschen sich viele Menschen eine weltliche Form des Abschieds. Statt dem Pfarrer hält ein Trauerredner die Ansprache und spricht die Worte am Grab. Mittelpunkt der Zeremonie, die in Absprache mit den Angehörigen und dem Bestattungsinstitut gestaltet wird, ist die Trauerrede. Der Trauerredner versucht, sie einfühlsam zu gestalten, sodass die Angehörigen auf möglichst ehrliche Weise ihr Bild des Toten wiederfinden. Das schließt auch kritische Passagen über Schwächen und Versagen nicht aus. Wenn die Angehörigen es wünschen, werden diese in Andeutungen diplomatisch verpackt.

Nach Absprache schmücken Trauerredner ihre Grabtexte mit Literarischem und Poesie, andere halten sich an die Bibel. Bei einem Hausbesuch nimmt sich der Trauerredner Zeit für ein intensives Gespräch. Hauptsächlich geht es dabei um die Person und Persönlichkeit des Verstorbenen, sein Leben, seine Lebenseinstellungen, seine Erfolge und Nöte. Auch Misserfolge und unerfüllte Hoffnungen können dabei zur Sprache kommen.

Nach dem Hausbesuch bereitet der Trauerredner die Worte zur Verabschiedung vor. Er gibt den oft ungeordnet herausströmenden Erinnerungen der Angehörigen eine Form. Mit seinem rhetorischen Können und seiner Erfahrung macht er den gestorbenen Menschen gewissermaßen für die Trauergemeinde erlebbar. Ebenso wichtig ist dabei, die Wünsche und Bedürfnisse der Trauernden zu erkennen und entsprechend zu berücksichtigen. Dafür muss sich der Trauerredner in die Lebensgeschichte der Gestorbenen wie auch der Bleibenden einfinden. Denn ein gelungener Abschied ist für die Hinterbliebenen ein wichtiger Trittstein auf ihrem Trauerweg.

Freie Redner bei Trauerfeiern

Heute wird nach Schätzungen der Bundes-Arbeitsgemeinschaft Trauerfeier (BATF) bundesweit jede zweite Trauerfeier durch einen freien Redner gestaltet. In den neuen Ländern sind es deutlich mehr als in den stärker religiös geprägten Gegenden Baden-Württembergs, Bayerns und des Rheinlands. Der Berufsverband BATF e. V. empfiehlt seinen Mitgliedern, je nach Aufwand ein Honorar nicht unter 250 Euro zu berechnen. Bei der Gestaltung der Trauerfeier und der Musikauswahl arbeiten die Redner meist eng mit dem Bestatter zusammen und richten sich nach den Wünschen der Angehörigen.

Bildquelle: dpa

Autor: GEA